Freier Fall in etwas Grenzenloses

Dein Name

Feind der Zeit — geschrieben von khesrau am 3 Okt, 2005 @ 15:30
Teile meine Zeit mit deinem Wissen. Verstecke sie gut in deiner linken Hosentasche, denn die berührst du nie und wenn dich jemand fragt, wo denn die Zeit sei, musst du nicht lügen, denn du weißt es nicht. Sie werden überall nach ihr suchen, jeden Stein drehen und wenden, jeden Baum fällen, alle Gebirge von Schnee befreien; mit der Zeit werden sie verzweifeln und mit großen Schaufeln und Traktoren in den Boden eindringen, sie werden den Himmel mit Flugzeugen bewerfen und ihn nach der Zeit durchsuchen lassen, obgleich sie wissen, dass es absurd ist. Im Himmel gibt es keinen Versteck. Aber du wirst schweigen und ich werde schweigen. Und niemand wird sie finden, diese verdammten Schweine mit ihrer Gier nach allem, was man fassen kann. Dabei dachte ich, dass sie nie darauf kommen könnten, dass man die Zeit in den Händen halten und sie schützen kann. Fallende Engel schreien laut, sagst du, und fragst mich nach meinem Name. Und ich schlucke und weiß es nicht.

Tippgesang, Volume 2

Gedichte — geschrieben von khesrau am 28 Sep, 2005 @ 18:27

Das hallende Wort hallt anhaltend.Du stehst einfach auf und sparst an Haltung. Dein Rücken ist krumm, dein Kopf gen Boden gesenkt, das Wasser steigt dir zu Kopf, der deine Augen ertränkt. Ab und zu wischst du, dein Gesichtszug weicht, ein leises Lächeln, der zum Weinen reicht. Und so seicht es auch sei, es kreischt Schreie hinaus, offenbart die Schönheit und die Farben eines Pfaus. Ein Widerspruch bebt und du erlebst, dass dein Schatten lebt und dein Grab gräbt. Du versucht ihn zu ziehen und auch wegzuschieben, von hier zu fliehen, wo deine Schatten blieben. Möchtest du lieben oder möchtest du gehen, ganz gleich was du wählst, ich werde nach dir sehen. Die Schatten drehen ihre großen Kreise und auf dieser Reise ziehe ich leise mit – Scheiße! – ich meine, was soll ich machen, wenn ich Sachen sehe, über ich nur lache. Wie mies muss es dir gehen, dass du anfängst zu sterben und mit den schönsten Farben die Fasssade zu färben.


Parabel

Aus dem Leben — geschrieben von khesrau am 22 Sep, 2005 @ 16:49

Die Brezel in meiner Hand schmeckt überhaupt nicht gut.
Ich beschließe, sie wegzuschmeißen.

Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht.



Stumme Stimme

Aus dem Leben — geschrieben von khesrau am 18 Sep, 2005 @ 11:39

Jetzt wird gewählt. Die Wahlurne wartet auf mich. Und wer von stummen Stimmen spricht, ist wahrscheinlich sowieso schon Nichtwähler.

Los! Raus! Wählen!


Tippgesang, Volume 1

Gedichte — geschrieben von khesrau am 13 Sep, 2005 @ 22:31

Ich beschließe hier zu sitzen und einfach loszuschreiben, irgendwelche Sätze, die sich aufeinander reimen. Ein bisschen Tiefe muss sein, denn sonst müsste ich schreien, enttäuscht von mir selber, demütig am Boden bleiben.
Aber das wird sicher nicht geschehen, denn ich weiß das zu verhindern, auch wenn ich schreien müsste, die Schmerzen zu lindern. Mit Worte, die mich daran hindern, alles glücklich und zufrieden, auf der Welt wiederzufinden. Denn um tief schreiben zu können, muss man tief graben und Freude daran haben, sich an der Tauer zu laben. Aber das trauen sich die wenigsten, deshalb schreibe ich so einsam eher über die Sonne, die untergeht anstatt aufzusteigen.
Doch was ist schon tief - ich denke mal klugscheißen. So tun, als wüsste man alles besser ohne ein Besserwisser zu sein. Sowas geht völlig in Ordnung, ehrlich, ich bin nicht dagegen, aber man sollte konsequent bleiben und sich immer bewegen.


Das Liebesdreieck

Gedichte — geschrieben von khesrau am 13 Sep, 2005 @ 16:56

liebe.

Diese Liebe.

Liebst sie, diese Liebe.

Es heißt immer nur „diese Liebe“.

Dieses Miststück, diese verdammte Liebe.

Es heißt, sie würde dir deinen Arsch retten, diese Liebe.

Du gehst fremd mit der Liebe, warum gehst du fremd mit dieser Liebe?

Und du fickst mit der Liebe und die Liebe täuscht dich und zieht die Maske ab.

Ich bin gar nicht die Liebe sagt sie und du sackst dann traurig zusammen.

Ich bin die Täuschung und die Liebe ist meine Freundin.

Ich vertraue ihr so, dieser schönen Liebe.

Es heißt immer nur „diese Liebe“.

Liebst sie, diese Liebe.

Diese Liebe.

Liebe.

Es ist wie es ist

Gedichte — geschrieben von khesrau am 13 Sep, 2005 @ 07:04

tropfende Steine,
singende Blüten,
verwirrtes Netz,
beschlagene Träume,
besungene Bäume,
schmerzende Kiesel,
unverhofft kommt oft,
versierte Gedanken,
befreite Bahnen,
ironische Melancholie,
abendlicher Morgen,
betrauerte Leben,
grinsende Helden,
schneiender Regen,
träumende Tote,
verschwundene Schätze,
kämpfende Sätze,
teuflische Engel:

es ist wie es ist.


Verlorene Augen

Gedichte — geschrieben von khesrau am 12 Sep, 2005 @ 16:54

Dieses Gedicht ist in einem netten ICQ-Gespräch mit Klassenkameradin Lisa G. entstanden.

Lisa, ich weiß es
das Leben ist scheisse,
man verliert staendig Augen
und schickt sie auf die Reise

Du hast schon drei verloren,
vielleicht noch mehr,
man kann nicht alles ersetzen,
auch wenn es schoen waer.

Du begibst dich auf die Suche,
nach verlorenen Augen,
schaust dich langsam um
und kannst ihnen nicht trauen:

Ueberall blinde Seelen,
keiner kann sehen,
schaust in den Spiegel
und beschließt zu gehen...

Powered by kulando